Die Herolde von Sehusa
 
Wegweiser

___________________

* = externer Link
~~~~~~~~~~~~~~
Es wird keinerlei Haftung für den Inhalt externer Seiten übernommen
 

 
Volkszählung
 

 
Die Sage vom Silberhohl - Deutung

zum Teil 1  |  zum Teil 2

 

Deutung (nach Otto Roth)

 

ie Sage vom Silberhohl ist die einzige bedeutungsvolle Sage der näheren Umgebung Seesens im sonst mit Sagen reich gesegneten Niedersachsen. Eine Sage ist eine kurze Erzählung, deren Verfasser unbekannt ist, die im Volke zunächst mündlich überliefert und später schriftlich fixiert wurde, die von Ereignissen berichtet, die oft ins Übersinnliche und Wunderbare greifen und dennoch ernst und für wahr genommen sein sollen. Sie sind zumeist örtlich und zeitlich gebunden, die Burgsagen an Ruinen der näheren Umgebung. Diese berichten oft vom Zerfall der ehemaligen Burg, vom Aussterben des Rittergeschlechts und auch gern von verborgenen Schätzen. All diese Elemente finden wir in der Sage vom Silberhohl wieder.

n Sagen sieht man heute mehr als etwa nur karge Volksdichtung, Aberglauben und unwahre Geschichtsüberlieferungen. Sagen offenbaren das Denken, Wollen und die Haltung eines Stammes oder Volkes. Sie decken das innerste Meinen und Glauben des Menschenschlages auf; sie sind Bekenntnisse. Verborgenes und Vergessenes tritt in ihnen wieder zu Tage. Tatsachen, geschichtliche Vorgänge wurden an ihnen wieder erkannt und sichtbar. Die Sagen sollten daher auch in ihrer ursprünglichen, einfachen Form bewahrt werden. Gewiß mag ein Schriftsteller sie aus- oder umgestalten; denn sie stellen dankbare Stoffe dar. aber dann schafft er eine neue Dichtung, die mit der alten Sage wenig bis nichts mehr zu tun hat. Aber eine Deutung der Sage vom Silberhohl dürfte berechtigt sein...

 

 

s werden hier zwei dicht benachbarte Örtlichkeiten miteinander verknüpft, der Erdfall des Silberhohls und die unmittelbar südlich gelegene Hünische Burg. Die wiederentdeckte Burg besteht aus einem ovalen Erdwall auf einem steilen Hügel, der auf drei Seiten von Wasser und rings von Wald umgeben war und eine natürliche Festung darstellte. Ihr Name findet sich häufig als alte Flurbezeichnung. Als Bewohner der Burg kommen nach unseren Recherchen nur die Ritter von Pedel in Frage. Das Rittergeschlecht verschwand im 14. Jahrhundert. 1365 verkaufte der Knappe Detmar von Pedel seine letzten beiden Teiche, und 30 Jahre später wurde das Gut, das er dort hatte, zum letzten Male erwähnt. Das Verschwinden dieses Rittergeschlechts aus der Gegend und dem Bewusstsein ihrer Bewohner gab wahrscheinlich die Veranlassung zur Entstehung der Sage. Es Wurde in Verbindung zu dem auffälligen Erdfall gebracht, dessen Entstehung aus natürlichen geologischen Gegebenheiten damals noch unbekannt war. Auffällig ist in hohem Maße, dass in der Sage der Name einer Frau bewahrt wird, der Name Jutta von Pedel. Ihre Verbindung mit dem Goslarer Kloster Frankenberg wird ihr den Ruf einer Heiligen beschert haben.

a die Sagenforschung lehrt, dass die Motive der weißen Frau und des verborgenen Schatzes für das 13. Jahrhundert typisch sind, ergibt sich ein weiterer beachtlicher Hinweis auf die Entstehungszeit der Sage, nämlich auf die Zeit um 1300, die mit den genannten Daten übereinstimmt. Der Wert der Sage vom Silberhohl wir noch durch die Tatsache erhöht, dass sie die Erinnerung an eine Burg bewahrt, die - im Gegensatz zur Sehusaburg - in keiner mittelalterlichen Urkunde erwähnt wird.

(Quelle: 974-1974 - 1000 Jahre Seesen | Festschrift herausgegeben von der Stadt Seesen)

 


 

zum Teil 1  |  zum Teil 2

 

 

 
Gaffer
Gäste Online: 1

 

 
Höret, höret

Ihr lieben Leute gebet acht, was Euch der Herold kundbar macht:

 Seelenfänger 1 *
 Seelenfänger 2 *
 Seelenfänger 3 *
 Seelenfänger 4 *
 Seelenfänger 5 *
 Seelenfänger 6 *